Wochenglück

Die letzten zwei Wochen

Die 20. Kalenderwoche war besonders, denn in Hamburg waren Mai-Ferien und, wie im letzten Jahr, fuhr mein Mann mit den Kindern zu seinen Eltern. Er hat etwas reduziert von dort gearbeitet und ich hatte eine normale Arbeitswoche, nur eben in einem ruhigen Haus.

Im Haus ist natürlich noch einiges zu tun und ich hatte mir einiges davon vorgenommen. Die ersten Tage waren wieder seltsam, zudem noch in diesem ruhigen Haus. Im alten Mietshaus, an einer gut-befahrenen Straße, ist es nie leise und man fühlt sich nicht so schnell alleine. Ok, hier laufen schonmal ein paar Nachbarn am Küchenfenster vorbei, aber sonst ist hier nix los.

Ich schlief auch weniger und hing die ersten Tage ziemlich durch. Sicher war das auch mal gut, einfach die Erschöpfung zu fühlen und ihr auch mal nachzugeben. Dafür ist sonst im Alltag mit Arbeit, Mann & Kids gar nicht viel Zeit.

Gleich am Anfang habe ich eine Test-Woche eines Streaming-Dienstes gebucht und „And just like that“ begonnen. Das ist nicht jedermanns Sache, aber ich habe damals gerne „Sex and the City“ geschaut. Da wollte ich auch wissen wie es mit den Ladies weitergeht. Die Serie hat mir viel besser gefallen als die Filme, die es in der Zwischenzeit dazu gab. Die neue Serie hat die Stimmung der ersten wieder aufgegriffen, es gab einige neue Charaktere und viele aktuellen Themen wurden behandelt. Für die drei Staffeln habe ich fast sechs Tage gebraucht, danach habe ich noch etwas „Big little lies“ angefangen. Die Serie ist etwas verstörend, spielt aber in einer wunderschönen Küsten-Gegend und ist hochkarätig besetzt. Interessanterweise wieder eine Serie über wohlhabende Frauen in den USA.

Diese beiden Freunde haben schon wieder eine Aussortier-Runde überlebt.

Im Haus bin ich auch ein bisschen voran gekommen, hab Schränke aufgebaut, aufgeräumt und sortiert und letzte Kartons ausgepackt. Dreimal bin ich durch den Wald gejoggt, war aber sonst sportlich nicht besonders ambitioniert.

Fazit: Dieses Mal war es mir im Haus deutlich zu ruhig. Ich habe meine Familie sehr vermisst.

Dann kommt ein gefürchteter Anruf, mein Onkel ist an den Folgen einer Operation gestorben. Er hatte davon schon einige hinter sich um den blöden Krebs die Stirn zu bieten. Diese hat er nicht geschafft. Er wurde nur 72 Jahre alt und hinterlässt eine große Familie. Er lernte meine Tante kennen, da war ich etwa acht Jahre alt. Früher gab es viel Kontakt, mit der Zeit weniger, aber die Verbindung blieb. Meine Trauer ist groß, auch mein Beileid für seine Frau, Kinder & Enkelkinder.

Ich habe in den letzten Tagen viel über unsere gemeinsame Zeit und die Gespräche nachgedacht. Ich hoffe, er wusste wie wichtig er mir war.

Der Alltag geht in der Zwischenzeit erbarmungslos weiter. Mein Mann und die Kinder kannten meinen Onkel nur wenig und so blieb ich mit meiner Trauer alleine, starrte hin und wieder, in Erinnerungen versunken, vor mich hin, brauchte viele Umarmungen. Auch im Arbeitsalltag hat Trauer für ferne Verwandte keinen Platz. Diese Woche war zudem intensiv, es gab wieder einen zweitägigen KI-Hackathon und auch sonst viele Meetings.

Mit den Kindern lese ich gerade wieder gerne, mit dem Jüngsten arbeiten wir die Avatar-Comics durch, mit dem großen Sohn „Die unendliche Geschichte“ und alleine lese ich auch ein Kinderbuch: „Drachenreiter“ von Cornelia Funke. Das sorgt für einige schöne, kleine Alltagsfluchten.

Das Pfingstwochenende ist nun endlich warm und sommerlich. Wir können gemütlich auf der Terrasse oder auf dem Balkon sitzen und genießen unser kleines Häuschen sehr.

Experiment: Ein Supermarkt-Basilikum, aufgeteilt auf vier Töpfe. Da die Wurzeln nun mehr Platz haben, soll auch die Pflanze besser wachsen.

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